Baumwollblume - Nordkorea-Information

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Baumwollblume

Es spielte sich eines Tages im September 1969 ab, als Kim Jong Il das Baumwollfeld eines Landwirtschaftsbetriebes aufsuchte.

Beim Anblick des Feldes drückte er seine Zufriedenheit damit aus, dass die Baumwolle gut stand, und sagte zu den ihn begleitenden Funktionären, sie sollten mal alle der Reihe nach erzählen, welche Blume sie für die schönste halten.

Darauf erzählten sie ihm, dass sie schöne und duftende Blumen liebten, und zählten jeder für sich ihre Lieblingsblumen wie Azalee, Maiglöckchen und Rose auf.

Er hörte ihnen bis zum Ende zu und sagte dann: Die Menschen ziehen selbstverständlich die schönen und duftenden Blumen vor. Es ist eine Tatsache, dass die Menschen, wie Sie sagten, eine besondere Vorliebe für die Rosen haben, weil sie schön und duftend sind. Aber es gibt eine Blume, die schöner als die Rose ist. Es ist die Baumwollblume. Ich habe diese Tochter der Flora sehr gern.

In die Unterkunft zurückgekehrt, fragte ein Funktionär an jenem Abend, weil er den Zweifel nicht loswurde, ihn direkt, ob er wirklich die Baumwollblume den anderen Blumen vorziehe.

Mit einem Lächeln im Gesicht entgegnete er: Da es mich dünkt, Sie würden nicht verstehen, wenn ich mit einem Wort auf Ihre Frage antworte, möchte ich Sie zuerst fragen, wer von den Menschen der ersten Kategorie, die zwar schön von Gesicht sind und Duft von Parfüm verbreiten, aber in der Arbeit nicht aufrichtig und nur auf eigenen Vorteil bedacht sind, und von denen der zweiten Kategorie, die zwar unschön seien und keinen Duft verbreiten, aber gewissenhaft und aufrichtig arbeiten, egal, ob sie anerkannt werden oder nicht, der holdere Mensch ist.

„Der der zweiten Kategorie ist schön“, eine Antwort, die der Funktionär ihm ohne große Überlegung gab.

Kim Jong Il bejahte seine Antwort und fuhr fort:

In unserer Gesellschaft, in der man unter der Losung „Einer für alle, alle für einen!“ kämpft, ist jener, der für Vaterland und Volk aufrichtig arbeitet, ein schöner Mensch. Kein Mensch hat eine Abneigung gegen schönes Antlitz und wohltuenden Duft. Aber holdes Aussehen und schöner Geruch gelten als hässlich und widerwärtig, wenn dessen Träger unter den Menschen keine Liebe genießen. Daher gibt es auch die Volksweisheit, schön ist nicht der Mensch, sondern seine Arbeit. …

Der Funktionär schien nun erst zu verstehen.

Kim Jong Il führte aus: Wenn man die Menschen der zwei Kategorien, von denen ich sprach, in einem Gleichnis ausdrückt, gleicht der Mensch der ersten Kategorie einer Kletterrose und der der zweiten Kategorie einer Baumwollblume. Die Kletterrose wird zwar als Zierpflanze gerne angebaut, von ihr bleibt aber nach dem Verwelken ihrer Blüten nichts übrig, während die Baumwollblume zwar nicht wie die Rose duftend und voller Blütenpracht ist, aber hervorragende Watte liefert. …

„Die Baumwollblume leistet zwar solche bewundernswerte Arbeit, will sich aber vor den Menschen nicht in Szene setzen. Im Gegenteil, sie bringt wie schamhaft ihre Blüte nicht zur vollen Entfaltung und lässt sie gesenkten Hauptes auf den Boden blicken.

Da die Baumwollblume Großes leistet und dennoch davon Abstand nimmt, ihr eigenes Antlitz herauszustellen, habe ich größere Zuneigung zu ihr und liebe sie mehr.“


Naenara, Dez. 2014

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