Tonguibogam - Nordkorea-Information

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Tonguibogam

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„Tonguibogam“

Als ein seit der Kojoson-Ära überliefertes, wertvolles medizinisches Erbe verfügt die östliche, die traditionelle koreanische Medizin über ein eigenständiges theoretisches System und spezifische Heilmittel.

Bereits in der Zeit der Drei Reiche besaß man fundamentale Kenntnisse über Tonika und andere traditionelle Heilmittel und entwickelte verschiedene therapeutische Mittel und Methoden, wie z. B. Akupunktur, Moxibustion, Schröpfen, Massage und Schattenboxen. Im Zuge der weiteren Bereicherung der grundlegenden Theorien und Heilmethoden der traditionellen Medizin wurden während der Koryo-Zeit zahlreiche medizinische Werke herausgegeben, darunter „Kyichalyobang“ („Zusammenstellung der Methoden eines Hofarztes“), „Hyangyakgugubbang“ („Methoden der Ersten Hilfe mit heimischen Heilkräutern“), „Jejungriphyobang“ („Wirkungsvolle Methoden zur Rettung von Menschen“) und „Jinmaekdokjol“ („Bildliche Darstellung zur Pulsations-Diagnose“).

Im 15.-17. Jh. u
urde das theoretische System der traditionellen Medizin nach und nach vervollkommnet. Die in dieser Zeit erschienenen Schriften „Uibangryuchi“ („Auswahl medizinischer Heilmethoden“), „Hyangyakjipsongbang“ (“Sammlung von Rezepten mit heimischen Heilkräutern“) und „Tonguibogam“ („Schatzbuch der traditionellen koreanischen Medizin“) wurden als die drei großen medizinischen Sammelwerke Koreas weithin bekannt.

Unter ihnen nimmt das von Ho Jun verfasste „Tonguibogam“ einen besonderen Platz ein. Auf der Grundlage seiner in langjähriger Forschungsarbeit erzielten Erfolge sowie seiner Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten fasste er sämtliche bis dahin im In- und Ausland erreichten Ergebnisse der östlichen Medizin analytisch zusammen, wählte die wesentlichen Dinge aus und schrieb sie in seinem Buch nieder.

In dem fünfteiligen, aus 25 Bänden bestehenden Werk werden die inneren Organe und ihre physiologischen Funktionen, die anatomisch-physiologischen Merkmale und Erkrankungen der einzelnen Körperteile, die Ursachen der Krankheiten und deren Symptome, therapeutische Prinzipien und Rezepte, Methoden der Akupunktur und Moxibustion sowie Hausmittel systematisch geordnet dargelegt. Es enthält Materialien über 1212 Arten von traditionellen Medikamenten sowie 4497 Rezepte.

Das „Tonguibogam“ wurde 1610 vollendet und im darauffolgenden Jahr gedruckt. Danach erschienen immer wieder Nachauflagen, und auch in China und Japan wurde es mehrfach herausgegeben.


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